Erkältung - Was tun wenn´s einen erwischt?
Jeder kennt sie, jeder hat sie schon einmal gehabt, meistens in der kalten Jahreszeit – die Erkältung.
Die Nase läuft, man fühlt sich abgeschlagen, der Hals ist rau, die Stimme belegt. Im ungünstigen Fall kommen noch Husten und Fieber dazu.
Doch was passiert eigentlich genau bei einer Erkältung und was kann man effektiv dagegen unternehmen.
Zuerst einmal unterscheidet man die Erkältung – den grippalen Infekt von der echten Grippe, der Influenza. Beide werden durch Viren ausgelöst, unterscheiden sich aber erheblich im Krankheitsverlauf.
Bei der echten Grippe, der Influenza, stellen in der Regel plötzliches, sehr hohes Fieber (> 38,5 ° C) und starke Kopf – und Gliederschmerzen die ersten Symptome dar.
Hier bietet die Grippeimpfung einen zuverlässigen, aber leider nicht vollständigen Schutz, da die Influenza – Viren, die Erreger der echten Grippe in vielen Variationen auftreten und sich sehr schnell verändern und anpassen können.
Trotzdem sollten sich vor allem ältere und immungeschwächte Menschen gegen Grippe impfen lassen, da die Erkrankung sehr schwerwiegend verlaufen kann.
Der grippale Infekt wird in der Regel von sog. Rhinoviren ausgelöst, von denen es zahllose Arten und Unterarten gibt. Sie sind sehr anpassungsfähig und kommen im Grunde überall vor.
Da sich die Erreger ständig verändern, muss sich unser Immunsystem immer wieder aufs neue anpassen, um uns zu schützen. Deshalb gibt es gegen Erkältung auch keine Impfung.
Die Viren werden meist durch Tröpfchen, die beim Niesen oder Husten herausgeschleudert werden, übertragen, sie sitzen aber auch auf Türklinken, Handtüchern, Geldscheinen etc., wo sie einige Stunden überleben können.
Befinden sie sich erst einmal auf den Schleimhäuten des Atemtraktes, dringen sie in die Zellen ein und vermehren sich rasch – es kommt zu Entzündungen – wir fühlen uns krank.
Meistens beginnt eine Erkältung in der Nase und „wandert“ dann nach unten, über den Rachen Richtung Bronchien.
In der Nase schwillt die Schleimhaut an, es kribbelt, man niest und das durch die geschwollene Schleimhaut vermehrt gebildete Sekret läuft dünnflüssig aus der Nase. Im Rachen verursacht dieselbe Entzündung Kratzen oder Schmerzen, das Schlucken ist erschwert und schmerzhaft. In den Bronchien schädigt die Entzündung die empfindlichen Flimmerhärchen, die ansonsten Staub und andere Reizstoffe nach außen transportieren.
Es kommt zu einem Husten, der die geschwächten Bronchien bei diesem Abtransport unterstützt.
Was hilft ?
Grundsätzlich gilt: auf die Schnelle heilen kann man eine Erkältung nicht – sie dauert eben ihre Zeit.
Schnupfen
Meist zu Beginn einer Erkältung stellt der Fließschnupfen das häufigste Symptom dar.
Hier gilt ganz klar, solange die Nase läuft – laufen lassen, denn der Körper versucht hier die Viren auf der Nasenschleimhaut wieder los zu werden.
Unterstützend kann man 1 – 2 mal tgl. eine Nasenspülung durchführen oder ein Meerwasser – Nasenspray benutzen. Die Schleimhäute der Nase werden so zusätzlich befeuchtet, gereinigt und der Abtransport des infektiösen Schleimes erleichtert.
Verstopft die Nase, tritt schnell ein weiteres Problem auf: die Nasennebenhöhlen und die Stirnhöhlen setzen sich mit zähem Schleim zu, da der Abfluss durch die Nase behindert ist.
Dies äußert sich meist durch ein unangenehmes Druckgefühl und Kopfschmerzen.
Hierbei haben sich pflanzliche Wirkstoffe bewährt, die u.a. ätherische Öle enthalten. Sie lösen den infektiösen Schleim aus den Nebenhöhlen und der Nase und erleichtern den Abfluss. Zusätzlich kann man ein abschwellendes Nasenspray anwenden, welches die Durchblutung der Nasenschleimhaut verringert und so die Schleimproduktion herabsenkt.
Halsschmerzen
Der Hals ist rau und gerötet, das Schlucken schmerzt, die Stimme ist belegt, alles eine Folge der durch die Viren ausgelösten Entzündung.
Was man tun kann ist nicht viel. Lutschtabletten mit betäubenden oder schmerzstillenden Wirkstoffen lindern oft nur kurzzeitig die Symptome, gegen die Viren selber sind sie wirkungslos. Gurgellösungen mit antibakteriellen Wirkstoffen schädigen allenfalls die natürliche Mund – und Rachenflora, sind aber gegen Viren ebenfalls wirkungslos. Heiße Milch mit Honig oder ein warmer Halswickel haben hier oft einen besseren Effekt.
Wer auf pflanzlicher Basis was tun möchte, kann Lutschtabletten oder Tropfen mit Capsicain
anwenden. Der Wirkstoff aus dem Pfeffer ist zwar sehr scharf, wirkt aber hervorragend gegen die entzündungsbedingten Schmerzen.
Husten
In der ersten Phase der Erkältung tritt meist ein trockener, schmerzhafter Reizhusten auf, später produzieren die Bronchien vermehrt Schleim um sich zu reinigen, der Husten wird dann produktiv. Für beide Arten von Husten gibt es eine große Anzahl von Arzneimitteln.
Die meisten Hustenstiller sind mit Vorsicht anzuwenden, da sie häufig auch stärkere Nebenwirkungen haben können. Die starken Hustenstiller (enthalten Codein o. Dihydrocodein) unterliegen gar der Verschreibungspflicht.
Als Hustenlöser haben sich eine Anzahl chemischer und pflanzlicher Wirkstoffe bewährt,
z.B. Ambroxol, Acetylcystein, Thymian – o. Efeuextrakt. Sie erniedrigen die Viskosität des zähen Schleims, so das er leichter abgehustet werden kann.
Fieber
Fieber ist eine Abwehreaktion des Körpers auf Krankheitserreger. Durch die Erhöhung der Körpertemperatur wird die Produktion von Antikörpern angeregt, die den unerwünschten Eindringlingen an den Kragen gehen.
Deshalb ist Fieber nicht zwingender Weise behandlungsbedürftig, solange es in normalen Bahnen verläuft. Übersteigt die Körpertemperatur jedoch die Grenze von 38,5 °C, besteht Handlungsbedarf. Als Fiebersenkendes Mittel hat sich Paracetamol bewährt, das wegen seiner recht guten Verträglichkeit auch bei Kinder angewendet werden kann.
Acetylsalicylsäure wirkt ebenfalls fiebersenkend und schmerzlindernd, ist aber bei Kindern absolut kontraindiziert.
Wann zum Arzt?
Sollten die Beschwerden, mit oder ohne Behandlung, innerhalb einer Woche nicht deutlich besser werden oder tritt Fieber über 39 Grad länger als 48 Stunden auf, sollte der Hausarzt aufgesucht werden.