Die Influenza, die "echte Grippe", wird in ihrer Gefährlichkeit meist unterschätzt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass unter der "Grippe" landläufig auch der harmlose so genannte "grippale Infekt" verstanden wird, dessen Verlauf weit weniger dramatisch ist.
Mit der echten Virusgrippe oder Influenza ist nicht zu spaßen. In Deutschland fordert sie mehr Todesopfer als der Straßenverkehr. Bis zu 15.000 Menschen sterben jährlich hierzulande an Influenza und ihren Folgen. In schweren Epidemiejahren, wie 1995/96 starben 36.000 bis 40.000 Menschen allein in Deutschland. Die schwerste heute bekannte Pandemie war die von Spanien ausgehende spanische Grippe von 1918 bis 1920. Damals erkrankten etwa 500 Millionen Menschen, etwa 22 Millionen verstarben an der Influenza und deren Folgen.
Die Influenza ist eine Virusinfektion, die durch Tröpfcheninfektion übertragen wird. Beim Husten, Niesen oder Sprechen wird das Virus ausgeschieden und verbreitet. Bereits mit Beginn der ersten Krankheitssymptome beginnt die Ausscheidung der Viren und damit die Möglichkeit der Ansteckung Ideale Verbreitungsorte sind überall wo viele Menschen auf engstem Raum zusammenkommen: Schule, Arbeitsplatz, Bus, Bahn.
Die Viren gelangen in die Atemwege, durchwandern die Schleimschicht und dringen in die Schleimhautzellen der Atemwege ein. Diese Inkubationszeit dauert ca. 1-4 Tage. Dort vermehren sie sich rasant und zerstören das befallene Gewebe.
Die Infektion ist in der Regel durch einen abrupten Krankheitsbeginn gekennzeichnet. Charakteristische Symptome sind plötzlicher, hoher Fieberanstieg, Husten, Halsschmerzen, Schüttelfrost, allgemeine Schwäche, Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen.
Drei bis vier Tage dauert die akute Erkrankung, danach folgt eine oft mehrwöchige Rekonvaleszenzzeit. Das besondere Risiko liegt in der massiven Schwächung des Immunsystems: Sekundärinfektionen wie Entzündungen in Lunge oder Herz sind oft für den Tod des Influenzapatienten verantwortlich.
Obwohl für die Verhinderung von Influenzaepidemien hochwirksame Impfstoffe zur Verfügung stehen, findet die Impfung nur geringe Akzeptanz. Nur 15% der Personen, für die eine Impfung empfohlen wird, sind geimpft.
Wer sollte sich impfen lassen:
Menschen über 60
Kinder bis 5 Jahre
Chronisch Erkrankte (Herz-Kreislauf-, Lungen-, Leber-. Nieren- und Stoffwechselerkrankungen (Diabetes))
Menschen mit geschwächter Immunabwehr
Personen mit umfangreichem Publikumskontakt (Verkaufs- und medizinisches Personal)
Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
Welche Risiken sind mit der Grippeimpfung verbunden?
Das Impfrisiko ist sehr gering und liegt unter den Alltagsrisiken. Die meisten Geimpften berichten über keine Nebenwirkungen. In einigen Fälle treten vorübergehende Schmerzen, Rötung oder Schwellung an der Injektionsstelle auf. Darüber hinaus sind Allgemeinbeschwerden wie Fieber, Gliederschmerzen oder Mattigkeit möglich. Allergien und Unverträglichkeiten gegen Inhaltsstoffe der Vakzine sind theoretisch möglich, treten aber, wenn überhaupt, extrem selten auf. Einige Grippeimpfstoffe enthalten noch Thiomersal oder Antibiotika als Konservierungsmittel. Bei Allergien sollten Sie Ihren Arzt vor der Impfung darauf hinweisen.
Der Impfstoff besteht aus inaktivierten, nicht mehr vermehrungsfähigen Virusstämmen oder Virusspaltprodukten, die keine Infektion hervorrufen können.
Mit der Impfung gelingt es, ca. 80-90% der Geimpften vor einer Erkrankung zu schützen oder zumindest einen milden, komplikationslosen Verlauf zu erreichen.
Wann sollte man sich impfen lassen?
Der optimale Zeitraum für die Impfung liegt zwischen September und November jeden Jahres. Nach der Impfung benötigt das Immunsystem ca. 14 Tage, um einen vollständigen Immunschutz aufzubauen. Er beginnt frühestens nach einer Woche.