Migräne

Die Kopfschmerzattacke dauert zwischen 4 bis 72 Stunden. Der Schmerz ist meist einseitig, sein Charakter klopfend, pochend oder pulsierend und von mäßiger bis starker Intensität. Er wird bei körperlicher Aktivität stärker. Übliche Alltagsaktivitäten sind erschwert oder unmöglich. Typische Begleiterscheinungen sind Übelkeit und/oder Erbrechen sowie Geräusch-, Licht- und Geruchsempfindlichkeit. Etwa 15% der Patienten leiden unter einer Migräne mit Aura. Sehstörungen, halbseitige Sensibilitätsstörungen, Sprachstörungen und sogar Lähmungserscheinungen gehen in diesem Fall der Kopfschmerzattacke voraus.

Etwa 6-8% der Männer und 12-14% aller Frauen leiden unter Migräne. Die Veranlagung eine Migräne zu entwickeln, tritt in einigen Familien gehäuft auf. Wenn ein Elternteil an Migräne leidet, haben die Kinder eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, ebenfalls zu erkranken.
Die genauen Ursachen der Migräne sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Man geht davon aus, dass es sich um eine angeborene Veranlagung handelt, die das Nervensystem auf bestimmte Reize, wie z.B. Nahrungsmittel, Gerüche oder Stress besonders empfindlich reagieren lässt.
Bei einem Migräneanfall kommt es zur Erweiterung der Blutgefäße in der Hirnhaut. Dabei werden körpereigene Botenstoffe freigesetzt, die zu einer Entzündung um das erweiterte Gefäß herum führen. Diese entzündeten Blutgefäße und eine damit verbundene Veränderung der schmerzleitenden Nerven verursachen die Migränekopfschmerzen. Darüber hinaus werden Nervenzentren gereizt, die für Übelkeit und Erbrechen verantwortlich sind.

Ein Migräneanfall kann durch verschiedene Auslöser, sogenannte Trigger, hervorgerufen werden. Bestimmte Lebensgewohnheiten, die Einnahme von Medikamenten oder der Einfluss von Stress können einen Migräneanfall begünstigen. So kann sowohl zu kurzer als auch zu langer Schlaf eine Migräneattacke auslösen. Ein typischer Trigger ist die Veränderung des Schlaf-Wach-Rhythmus am Wochenende oder auf Reisen. Schlaf selbst schützt nicht vor Migräne. Halten die Patienten jedoch ihren normalen und regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus ein, bleiben Attacken häufiger aus.
Viele Migränepatienten leiden gerade in einer Entspannungsphase nach einer Stress-Situation an einer Migräneattacke. Auch hier besteht ein Zusammenhang mit der sogenannten Wochenend-Migräne, da die meisten Menschen währen d der Woche stärkeren Stressreizen ausgesetzt sind als am Wochenende. Aus dem gleichen Grund sind Migräneanfälle in den ersten Urlaubstagen besonders häufig.
Aber auch Aufregung und Angst vor einem wichtigen Ereignis, wie zum Beispiel einer Prüfung, können Migräneattacken auslösen. Die bedeutet jedoch nicht, dass Migräne eine ausschließlich psychische Ursache hat. Stress setzt verschiedene körperliche Veränderungen, wie zum Beispiel die Ausschüttung von Hormonen, in Gang und ist daher nur ein möglicher Auslöser, aber nicht die Ursache der Migräne.

Etwa 10% der Betroffenen berichten, dass bestimmte Nahrungsmittel gelegentlich eine Migräneattacke auslösen können. Dazu zählen:
Rotwein
Käsesorten, z.B. Camembert
Schokolade
Fettige Speisen
Zitrusfrüchte