Selbstbehandlung zur Prophylaxe von Migräneattacken
Die Wirksamkeit verschiedener Wirkstoffe - Cyclandelat, Magnesium und Pestwurz - ist wissenschaftlich nicht ausreichend belegt. Gleichwohl kann ein Versuch in Einzelfällen erfolgen.
Um individuelle Migräneauslöser festzustellen, wird das Führen eines Kopfschmerz-Tagebuchs empfohlen.
Grundsätzlich empfiehlt die DMKG allen Patienten, die häufiger unter Kopfschmerzen leiden, zusätzlich nichtmedikamentöse Strategien einzusetzen, um Häufigkeit und Stärke der Beschwerden zu beeinflussen, beispielsweise regelmäßigen Ausdauersport wie Joggen oder Radfahren. Die Wirksamkeit von regelmäßigem Ausdauersport ist wissenschaftlich belegt. Neben der Möglichkeit, aktiv Stress abzubauen, scheint die regelmäßige körperliche Aktivität auch die Schmerz-Wahrnehmungsschwelle günstig zu beeinflussen. Optimal ist eine mäßige körperliche Betätigung ohne Leistungsanspruch. Eine körperliche Überanstrengung kann einen Migräneanfall auslösen. Zwei- bis dreimal wöchentlich leichtes Jogging oder Aerobic für jeweils 20 bis 30 Minuten führt bei vielen Patienten zu einer Reduktion der Anfallsschwere und vermindert die Häufigkeit der Attacken. Nicht jede Sportart ist allerdings für jeden Patienten gleichermaßen geeignet. Wichtig ist es , individuell für den einzelnen Patienten die Sportart zu finden, die ihm Spaß macht und die über eine lange Zeit regelmäßig durchgeführt werden kann.
Hilfreich ist auch die progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder Autogenes Training. Bei psychologischen Schmerztherapeuten können Patienten darüber hinaus Methoden zur Stress- und Schmerzbewältigung, kognitive Techniken sowie Biofeedback-Methoden erlernen. Es kann bereits helfen, in den Tagesablauf ganz regelmäßig feste Pausen einzubauen. Das Gehir kann in diesen Phasen die aufgebauten Spannungen reduzieren.