Aedes-Mücke Im Gegensatz zu den Malaria-übertragenden Anophelesmücken stechen sie auch tagsüber!
Vorsicht bei Tropen-Reisen
Dengue-Fieber auf dem Vormarsch!
So traumhaft sich die Tropen auch präsentieren, Touristen sind zunehmend vom Dengue-Fieber betroffen.
Diese tropische Virus-Infektion wird durch Bisse der Aedes-Mücken übertragen. Das Dengue-Fieber hat sich in den letzten Jahrzehnten auf alle tropischen und subtropischen Länder ausgedehnt. Jährlich erkranken mindestens 100 Millionen Menschen.
Rund fünf Millionen Deutsche verreisen jedes jahr nach Asien, Afrika, Zentral- und Südamerika oder in die Karibik. Immer häufiger trifft auch sie das Dengue-Fieber. Bisher gibt es noch keine wirksame Schutzimpfung. Ausgelöst wird das Tropenfieber durch Flaviviren, einen Virustyp, von dem es vier verschiedene Untertypen gibt. Krankheitsüberträger sind infizierte Aedes-Mücken, die wegen ihrer auffälligen Streifen auch Tigermücken genannt werden. Wer einmal an Dengue-Fieber erkrankt, ist in der Folgezeit immun gegen den speziellen Erreger, der das Fieber ausgelöst hat, jedoch nicht gegen die drei anderen Untertypen des Flavivirus. Deshalb können Menschen in den Ansteckungsgebieten viermal an Dengue-Fieber erkranken, bis sie gegen alle Virentypen immun sind. Eine Zweitinfektion verläuft meist deutlich schwerer als die Erstinfektion.
Der Stich der mit dem Virus infizierten Mücke löst nach zwei bis sieben Tagen eine grippeähnliche Erkrankung aus. Den Erkrankten plagen hohes Fieber, heftiges Kopfweh, Schüttelfrost sowie starke Muskel- und Gelenkschmerzen. Jede Bewegung wird zur Pein, deshalb auch der drastische Name "Knochenbrecher-Fieber". Typisch für das Dengue-Fieber ist eine kurze Fieberpause: Nach mehreren Tagen klingt das Fieber ab, der Betroffene fühlt sich wieder gesund. Doch spätestens nach zwei Tagen kommt das Fieber zurück, oft begleitet von einem kleinfleckigen Hautausschlag. Nach weiteren ein bis fünf Tagen ist das Schlimmste überstanden, doch erholen sich die Genesenden nur langsam und leiden noch wochenlang an Depressionen. Neben dieser klassischen Verlaufsform gibt es auch eine harmlosere sowie eine sehr gefährliche Variante.
Die schwere Verlaufsform -das hämorrhagische Dengue-Fieber tritt hauptsächlich bei Kindern und Jugendlichen auf und endet insbesondere bei Kleinkindern oft tödlich. Gelegentlich leiden auch Erwachsene an dem hämorrhagischen Fieber: Nach zwei bis fünf Tagen verschlechtert sich der Zustand des Erkrankten dramatisch. Blutungen im MagenDarm-Bereich und an anderen SteIlen treten auf, es kommt zu starkem Flüssigkeitsverlust. Der Kreislauf bricht zusammen (Dengue-Schock-Syndrom). Diese Komplikationen erfordern intensiv-medizinische Behandlung und sind in jedem Stadium meldepflichtig!
Bisher kann man nur die Symptome des Dengue-Fiebers behandeln. Im Allgemeinen reicht eine gute Pflege und Unterstützung der Kranken aus. Wichtig ist konsequente Bettruhe und ausreichender Flüssigkeitsersatz: Bei starkem Fieber ist ungefähr die doppelte Trinkmenge – drei bis vier Liter täglich -erforderlich. Ein Trinkplan hilft. Spontane Blutungen wie Nasenbluten, Zahnfleischbluten, plötzlich auftretende blaue Flecken oder deutlich verstärkte Regelblutung sind gefährliche Warnsignale und müssen sofort dem Arzt mitgeteilt werden. Hämorrhagisches Fieber erfordert meist eine Krankenhausbehandlung. Eventuell muss Plasma oder Bluteiweiß verabreicht werden.
So schützen Sie sich bei Fernreisen
Es gibt noch keine Impfung gegen das Dengue-Fieber, ein Impfstoff wird erprobt. Eine Gelbfieberimpfung bewirkt aufgrund der verwandten Krankheitserreger jedoch häufig auch eine Immunität gegen Dengue-Viren.
Langärmelige Kleidung bietet einen gewissen Schutz, obwohl die Mücken auch durch dünne Stoffe stechen. 90 Prozent der Stiche erfolgen im Bereich der Fesseln.
Reiben Sie unbedeckte Hautstellen unbedingt wiederholt mit Insektenschutzmitteln ein. Ihr Apotheker empfiehlt wirksame Mittel.
Lassen Sie tagsüber und auch nachts die Klimaanlage laufen. Mücken meiden kühle Räume.
Schlafen Sie unter einem engmaschigen, großen Moskitonetz ohne Löcher, das Sie an bzw. unter dem Bett feststecken.