Wie sieht die richtige Venentherapie aus?

Venenleiden sind nicht heilbar. Defekte Venenklappen und die erweiterten Venen können leider nicht wieder in ihren alten Zustand zurückversetzt werden. Die konservative Therapie versucht mittels Kompression, Bewegungstherapie und Medikamenten den Zustand zu verbessern.

Der Kompressionsstrumpf wirkt mechanisch verengend. Substanzen wie Rosskastanienextrakt oder Extrakt aus Rotem Weinlaub wirken innerlich abdichtend auf die Venenwand. Soviel vorab: es gibt kein heilendes Medikament gegen Krampfadern. Die Therapie kann mit Medikamenten aber sinnvoll ergänzt werden.

Wirkung des Kompressionsstrumpfes

Die Wirkung des Kompressionsstrumpfes ist einfach: Der Druck des Strumpfes verengt den Venendurchmesser.
Die Venenklappen können sich wieder schließen und es versackt nicht mehr so viel Blut in den Beinen.
Das Tragen eines Kompressionsstrumpfes ist keineswegs unangenehm, wie es immer heißt. Wenn Sie den richtig angepassten Strumpf tragen, wirkt er sofort spürbar erleichternd und ist damit eine Wohltat für Ihre Beine.

Kompressionsklassen

Der Schweregrad der Venenerkrankung bestimmt den erforderlichen Druck.
Es gibt vier Kompressionsklassen:

CCL1 -leichte Kompression-
Anwendung: vorbeugend bei müden, schweren Beinen durch langes Stehen, während der Schwangerschaft

CCL2 -mittlere Kompression-
Anwendung: ausgeprägte Krampfadern, geschwollene Beine, nach Venenentzündungen, nach Verödung oder Operation, bei vorhandenen Krampfadern während der Schwangerschaft

CCL3 -starke Kompression-
Anwendung: nach tiefer Beinvenenthrombose, ständiger Beinschwellung, nach offenem Bein

CCL4 -extra starke Kompression-
stark ausgeprägte Schwellungen, Lymphödem

Welche Arten von Kompressionsstrümpfen gibt es?

Je nach Krankheitsbild verordnet Ihnen Ihr Arzt unterschiedliche Strumpfqualitäten. Vom transparenten, hochelastischen Strumpf in vielen Modefarben reicht die Palette bis zum sehr kräftigen, dicken Strumpf mit Naht.

Eine einfache Faustregel gilt für den richtigen Strumpf:
Je stärker die Schädigung des Venensystems fortgeschritten ist und je weicher das Beingewebe ist, desto dicker und fester muss der Strumpf sein.


Wann dürfen Kompressionsstrümpfe nicht getragen werden?

Bei Durchblutungsstörungen in den Beinarterien, sowie bei schlecht behandelbarer Herzschwäche sollte ein Facharzt für Beinleiden konsultiert werden. Bei Gefühlsstörungen aufgrund von Diabetes  ist ebenfalls Vorsicht geboten.

Wie häufig soll ich meinen Kompressionsstrumpf tragen?

TÄGLICH, TÄGLICH, TÄGLICH!!!
Hier gibt es keine Alternative, wenn Sie einen optimalen Therapieerfolg erzielen möchten.